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Main: AnalogeGesellschaft

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  1.   1.  Worum geht es dabei?
  2.   2.  Idee
  3.   3.  Konzept
  4.   4.  Aus dem Wiktionary
    1.   4.1  digital
    2.   4.2  analog
  5.   5.  Übersetzungsvorschläge für "DISCONNECT - keep the future unwritten"
    1.   5.1  DISCONNECT
    2.   5.2  keep the future unwritten
  6.   6.  Mobile Sammelstelle
  7.   7.  31.8.2015 - Start der analogen Mailingliste

1.  Worum geht es dabei?


Die Idee entstand durch die vielfältige und zum Teil aus unserer Sicht fragwürdige Verwendung des adjektives "digital" in politischen Kontexten.

Und vor allem aus der Überzeugung, dass es für eine zukünftige gesellschaftliche (gute) Entwicklung vonnöten ist, abseits der digital im zunehmenden Maße umfangreich vernetzten Welt Vernetzungen und Beziehungen abseits davon zu bewahren und zu errichten.

Die "Analoge Gesellschaft" ist ein Experiment dazu - im Wissen, dass es schwer oder gar unmöglich sein dürfte, solche Beziehungen ohne persönliche, das heißt zwischenmenschliche direkte Kontakte und Begegnungen zu ermöglichen.

Aber um genau das zu prüfen und auszuprobieren, mag das Experiment vielleicht hilfreich sein. :)


2.  Idee


Eine erste Idee soll eine Interaktion jenseits des vollüberwachten Betriebes digitaler Netze und Kommunikation ermöglichen.

Auf einer einfachen statischen Webseite soll das Konzept veröffentlicht werden.

Nach einigen Diskussionen und Verfeinerungen an der Struktur haben wir Ende August 2015 mit dem Experiment begonnen. Die Informations-Homepage http://analoges.org/ ging wenige Tage vorher online, die postalischen und öffentliche Sammelstellen wurden eingerichtet.


3.  Konzept


Nachfolgend das Konzept der "analogen Mailingliste", wie wir es zu Beginn des Experiments auf der dafür eingerichteten Webseite http://analoges.org/ veröffentlicht haben.


1.) Worum geht es?

Die Digitalisierung dringt immer tiefer in unsere Alltagswelt ein. Damit häufig verbunden sind: Beschleunigung des Lebens, Reduzierung von Aufmerksamkeit und Konzentration, Verlust von Gründlichkeit - vor allem aber eine zunehmende Abhängigkeit von komplexen IT-Systemen und ein gesellschaftlicher Zwang zum "Always On", zum ständigen Erreichbar- und Erfasssbar-Sein. Zugleich greifen auch Automatisierungsprozesse immer weiter in unser Leben ein, die angesichts ihrer Abstraktheit und Spezialisierung Kausalitäten verschleiern und ein kritisches Hinterfragen des Gegebenen erschweren. Hieraus ergibt sich ein zunehmender Kontrollverlust über bisher von uns autonom verwalteter Lebensbereiche.

Deshalb finden wir, dass es neben der digital-vernetzten Welt eines analogen Gegenstücks bedarf, mit dem wir uns Freiräume erhalten können. Oder wie es die Aktivisten von capulcu treffend nennen: Es geht darum, die Zukunft offen zu halten ("keep the future unwritten"). Wir meinen, es ist Zeit sich zu überlegen, wie der Austausch von Gedanken und Meinungen im Analogen befördert werden kann.

Es geht um den Entzug vor Erfassung und um die Entschleunigung von Kommunikation.

Deswegen dieses Experiment.

2.) Experiment: "Analoge Gesellschaft" und "Analoge Mailingliste"

Die "Analoge Gesellschaft" ist ein Experiment dazu, an dem jeder und jede mitmachen kann.

Wir beginnen unser analoges Zusammensein mit einer analogen Mailingliste. Das könnte aber auch nur der Grundstein für weitere Projekte und Ideen sein, die sich auch gerne über die Grenzen dieses Experimentes hinaus erstrecken.

Auf der analogen Mailingliste kann über Alternativen zur Zwangs-Digitalisierung unseres Lebensraums, über die Schaffung und Belebung überwachungsfreier Lebensräume diskutiert werden. Die Mailingliste anderereits ist aber offen für alles, was einen bewegt oder interessiert. Es gibt also keine explizite inhaltliche Beschränkung dessen, was dort eingebracht wird.

3.) Wie funktioniert die "analoge Mailingliste"?

Wir sammeln Monat für Monat Beiträge zur Mailingliste, die zum Monatsende als "analoges Mailinglisten-Journal" zusammen gefügt und an daran Interessierte verteilt oder von diesen abgeholt werden.

Jede*r mit Interesse kann daran mitmachen - und das geht so:

Auf der analogen Mailingliste mitschreiben:

Die analoge Mailingliste mitlesen:

Entweder:

Oder:

Folgendes ist auch noch wichtig:

4.) Sammelstellen

Es gibt mehrere Sammelstellen mit Postanschriften, denen man Beiträge und Bestellungen per Briefpost zuschicken kann. Andere Sammelstellen (zu Beginn des Experiments erst mal nur eine einzige) befinden sich im öffentlichen Raum und können zum Abliefern von Beiträgen und Bestellungen und zur Abholung von Journalen genutzt werden.

Die Sammelstellen 1 bis 3 werden von verschiedenen Personen aus verschiedenen Städten autonom betreut - es findet kein Austausch von personenbezogenen Daten untereinander statt!

Weitere Sammelstellen oder auch Abholstellen wären denkbar und wir freuen uns über jede Unterstützung, wollen aber auch erst einmal schauen, wie das Experiment anläuft.

5.) Warum dieses Experiment?

Neben dem schon gesagten möchten wir aus dem lesenswerten zweiten Heft der Aktivisten von "capulcu" zitieren:

Wenn wir dem Befehl der Maschinen zu kommunizieren, Folge leisten, arbeiten wir mit - an der Stabilität des gegenwärtigen Kapitalismus.
Sein Streben nach totaler Transparenz (in Echtzeit) ist die Grundlage der anhaltenden In Wert Setzung von Information. Das Dauersenden unserer Lebensäußerungen ist nur eine weitere Etappe der Versklavung der Menschen durch die Maschine. Je weiter die Sensorik ins biopolitische Gewebe, in das Leben der Menschen eindringt, um so weiter reicht die Unterwerfung des Menschen unter das Diktat der algorithmischen Maschine.
Sich dem Senden verweigern. Was "praktisch" erscheint, abschalten, wegwerfen, zerstören. Keine Verbindung. Sich den scheinbaren technologischen Hilfen zu entledigen öffnet den Raum für die Improvisation. Die Wiederaneignung geraubter Fähigkeiten. Ist es von Bedeutung eine Meinung (mit-) zu teilen, Protest zu liken, die Verfolger*innenbehörden von meinem Unmut zu informieren? Wie würden wir handeln, wenn das Netz ausfällt? Geht es nicht eher um die Schaffung und Ausweitung undurchsichtiger Räume, in denen Begegnungen stattfinden, die nicht von der Sensorik erfasst werden können? Um kollektive Rebellion gegen die Beschleunigung, die Transparenz, die Warenförmigkeit des Lebens.
Die Langsamkeit unterbricht die Ströme. Sie ist notwendig für unsere Beziehungen untereinander. Sie ist ein Angriff auf das Wesen und den Prozess der Kybernetik. Die Zeit ist unser Verbündeter. Keine Erkennbarkeit und keine Anerkennung. Die Verweigerung des feedback. Wenn die Einzelnen ihre Selbstdisziplinierung vergessen und die ihnen zugeordnete Funktion verlassen, zerstören sie die Gewebe der Kontrolle.

Quelle: https://capulcu.blackblogs.org/bandii/maschinen-die-menschen-steuern/

Eine Idee von freiheitsfoo.


4.  Aus dem Wiktionary


4.1  digital


Das Wiktionary zum Adjektiv "digital":

Wortbedeutung: wert- und zeitdiskret, mit Mindestabstand zulässiger Werte

Sinnverwandte Wörter: diskret, gequantelt, quantisiert, sprunghaft, ganzzahlig, diophantisch


4.2  analog


Das Wiktionary zum Adjektiv "analog":

Wortbedeutung: stufenlos, kontinuierlich, stetig, proportional – im Gegensatz zu digital; vergleiche analoge Größen; übertragen auch nicht elektronisch

Sinnverwandte Wörter: analogisch, angelehnt, annähernd


5.  Übersetzungsvorschläge für "DISCONNECT - keep the future unwritten"


Es ist schwierig, eine treffgenaue Übersetzung des sehr gelungenen Slogans "DISCONNECT - keep the future unwritten" zu finden.

Hier einige mehr oder weniger passende Vorschläge:


5.1  DISCONNECT



5.2  keep the future unwritten



6.  Mobile Sammelstelle


Für eine möglichst einfache und anonyme Mitmachgelegenheit wurde eine mobile Sammelstelle im öffentlichen Raum eingerichtet:


7.  31.8.2015 - Start der analogen Mailingliste


Am 31.8.2015 haben wir das Experiment offiziell gestartet - nun darf und soll die analoge Mailingliste im Nicht-Digitalen ihr Eigenleben führen und entwickeln ... :)

URL: https://wiki.freiheitsfoo.de/pmwiki.php?n=Main.AnalogeGesellschaft
Zuletzt geändert am 01.12.2015 16:23 Uhr