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Main: VUE-Flughafen-Hannover

Anmerkung: Der erste, ältere Teil dieser Wikiseite wurde im wesentlichen einer älteren Aktions-Wikiseite des ehemaligen AK Vorrat Hannover entnommen.

Inhaltsverzeichnis (hide)

  1.   1.  Videotracking am Flughafen Hannover
  2.   2.  Der Beginn
  3.   3.  Informationssammlung
    1.   3.1  Forschungsprojekt "APFEL"
    2.   3.2  Projektpartner und Fördervolumen
    3.   3.3  L1 Identity Solutions AG
    4.   3.4  Informationen aus einer Kleinen Anfrage im Bundestag
  4.   4.  Offene Brief des AK Vorrat Hannover 2010/2012 und das Wegducken der Flughafen-Verantwortlichen
    1.   4.1  20.10.2010 - Offener Brief an den Flughafen
    2.   4.2  12.11.2010 - Enttäuschende Antwort auf den Offenen Brief
    3.   4.3  29.2.2012 - Zweiter Offener Brief mit der nachdrücklichen Bitte um Antworten
  5.   5.  6.6.2017 - Auskunftsersuchen Videoüberwachung
  6.   6.  9.6.2017 - Zwischeninfo vom Flughafen Hannover

1.  Videotracking am Flughafen Hannover


Auf diesen Seiten geht es um ein Forschungsprojekt, in dessen Rahmen am Flughafen Hannover-Langenhagen mit neuartigen Video-Tracking-Systemen herumexperimentiert wird.

Nebenbei bemerkt: Weil "Flughafen Hannover-Langenhagen" so langweilig klingt, nennt sich dieser nun "hannover airport" ...


2.  Der Beginn


Auf dieses Projekt sind wir durch einen kleinen und unauffälligen Artikel der Hannoverschen Allgemeine Zeitung vom 15.10.2010 aufmerksam geworden:


3.  Informationssammlung


3.1  Forschungsprojekt "APFEL"


Bei dem Projekt handelt es sich um das Projekt APFEL in der http://www.bmbf.de/de/14395.php Forschungsprogrammlinie . In der offiziellen Beschreibung des Projekts heisst es:

Analyse von Personenbewegungen an Flughäfen mittels zeitlich rückwärts- und vorwärtsgerichteter Videodatenströme
Flughafenterminals werden in Anbetracht anhaltender Terrorismusgefahren verstärkt videoüberwacht. Zur Unterstützung der Auswertung von Videodaten soll ein System entwickelt werden, mit dem auffällig erscheinende Personen von einem Operator markiert werden können, um sie dann leichter über mehrere Kameras hinweg im Flughafen verfolgen zu können. Mittels Abgleich mit typischen Bewegungsmustern sollen darüber hinaus Prognosen für den weiteren Weg dieser Personen erstellt und so eine frühzeitige Einschätzung ihres Gefahrenpotenzials erheblich erleichtern werden.


3.2  Projektpartner und Fördervolumen


Projektpartner und Fördervolumen durch das BMBF (dazu kommen bei Privatunternehmen noch bis zu 50 % Eigenanteil):

 Förderzuschuss  Projektpartner
 122.610 €         Avistra GmbH - Bereich Luftverkehr
 137.320 €         easc Schönhagen e.V.
 103.830 €         Flughafen Hannover-Langenhagen
 368.920 €         Hochschule Ruhr West, Inst. für Angewandte Informatik
 613.460 €         L1 Identity Solutions AG
 125.240 €         Ruhr-Universität Bochum, Prof. Thomas Feltes, Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft
 552.230 €         Technische Universität Ilmenau, Institut für Technische Informatik und Ingenieurinformatik - Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik

Ergibt zusammen insgesamt 1,9 Mio € öffentliche Förderung.


3.3  L1 Identity Solutions AG


L1 Identity Solutions AG ist einer der großen Lieferanten von so genannter "Homeland-Security-Technologie". Diese Firma ist stark im Biometrie- und Mustererkennungsgeschäft engagiert und wurden für eine Milliarde Euro von dem französischen Industriegiganten Safran aufgekauft.


3.4  Informationen aus einer Kleinen Anfrage im Bundestag


Auch in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (BT-Drucksache 17/2750 v. 13.8.2010) heißt es zum Projekt:

Das Projekt APFEL wird mit ca. 2 Mio. Euro gefördert. Es hat zum Ziel, die Einschätzung des Gefahrenpotenzials auffällig erscheinender Personen durch Bildauswertung mehrerer Videokameras für die Sicherheitsverantwortlichen eines Flughafenterminals zu verbessern. Fragen zum Umgang mit personenbezogenen Daten werden im Projekt mit untersucht.


4.  Offene Brief des AK Vorrat Hannover 2010/2012 und das Wegducken der Flughafen-Verantwortlichen


4.1  20.10.2010 - Offener Brief an den Flughafen


Am 20.10.2010 hat sich der AK Vorrat Hannover in einem Offenen Brief mit 22 Fragen an den Flughafen Hannover-Langenhagen gewandt.


4.2  12.11.2010 - Enttäuschende Antwort auf den Offenen Brief


Am 12.11.2010 ging die "Antwort" des Flughafens ein. Inhaltlich heisst es dort kurz und knapp:

"Ihre Fragen beziehen sich sehr detailliert auf unsere Sicherheits-/Luftsicherheitssysteme. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir im Interesse der Sicherheit Ihre Fragen daher nicht beantworten dürfen."


4.3  29.2.2012 - Zweiter Offener Brief mit der nachdrücklichen Bitte um Antworten


Der AK Vorrat wollte nicht aufgeben und hakte mit einem Offenen Brief vom 29.2.2012 noch einmal nach.

Auszug:

Aus unserer Sicht können wir nicht nachvollziehen, dass Sie der Meinung sind, selbst eine Frage wie die Frage Nr. 7 nach den Zielen des Projekts aus "Sicherheitsgründen" nicht beantworten zu können, denn:
a)<br>handelt es sich bei den an Ihrem Flughafen durchgeführten Maßnahmen doch um den Teil des 2,9 Millionen Euro großen Forschungsprojekts namens "APFel", das mit öffentlichen Fördermitteln durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Sie verarbeiten dort also Steuergelder ohne im Gegenzuge irgendeine Bereitschaft zur Aufklärung über deren Verwendung zu zeigen. Das halten wir für falsch.
b)<br>die Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH ist eine sich in großen Teilen in öffentlicher Hand befindliche Gesellschaft. 35% der Gesellschaft gehörden der Landeshauptstadt Hannover, weitere 35% der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft, die wiederrum dem Land Niedersachsen befindlich ist. Die schließlich letzten 30% sind im Besitz der Fraport AG, welche selber zu 51,62% im Besitz des Landes Hessen bzw. der Stadt Frankfurt ist. Insgesamt befindet sich ihre GmbH also zu mehr als 85% in öffentlicher Hand. Angesichts dessen wird uns Ihre Auskunftsverweigerung umso weniger nachvollziehbar.

Auf diesen Brief antwortete der Flughafen Hannover-Langenhagen trotz Nachhakens einfach gar nicht mehr ...


5.  6.6.2017 - Auskunftsersuchen Videoüberwachung


Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich Auskunft zu sämtlichen von Ihnen (der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH) direkt oder mittelbar betriebenen Videoüberwachungsanlagen.

Gemäß § 4g Abs. 2 BDSG bitte ich um die Angaben aus § 4e S. 1 Nr. 1 bis 8 für jede dieser Anlagen:

- Name oder Firma der verantwortlichen Stelle,

- Inhaber, Vorstände, Geschäftsführer oder sonstige gesetzliche oder nach der Verfassung des Unternehmens berufene Leiter und die mit der Leitung der Datenverarbeitung beauftragten Personen,

- Anschrift der verantwortlichen Stelle,

- Zweckbestimmungen der Datenerhebung, -verarbeitung oder -nutzung,

- eine Beschreibung der betroffenen Personengruppen und der diesbezüglichen Daten oder Datenkategorien,

- Empfänger oder Kategorien von Empfängern, denen die Daten mitgeteilt werden können,

- Regelfristen für die Löschung der Daten,

- eine geplante Datenübermittlung in Drittstaaten.

Vielen Dank für Ihre Mühe und viele gute Grüße,


6.  9.6.2017 - Zwischeninfo vom Flughafen Hannover


Sehr geehrter Herr xxx,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Schilderung Ihres Anliegens.

Wir haben Ihre Anfrage an den zuständigen Datenschutzbeauftragten Herrn xxx weitergeleitet.

Herr xxx wird unaufgefordert auf Sie bezüglich der von Ihnen gewünschten Informationen zukommen.

Wir wünschen Ihnen ein angenehmes Wochenende und verbleiben mit

freundlichen Grüßen
Best regards

xxx
Terminalmanagement


Kategorie(n): Videoueberwachung

URL: https://wiki.freiheitsfoo.de/pmwiki.php?n=Main.VUE-Flughafen-Hannover
Zuletzt geändert am 13.06.2017 11:32 Uhr